19. April 2007
Alternative Atomkraft?
In der Förderung der Atomenergie sehen die G8-Staaten ein zentrales Mittel zur Bekämpfung des Klimawandels.
Bundskanzlerin Merkel fordert ganz im Sinne der Atomindustrie, den Atomausstieg zu überprüfen. Kernenergie ist jedoch keine Lösung des Klimaproblems. CO2 wird zwar bei der Kernspaltung von Uran nicht freigesetzt. Jedoch ist die Urananreicherung ein Verfahren, für das Energie benötigt wird, die derzeit überwiegend konventionell erzeugt wird.
Die erschließbaren Uranvorkommen reichen kaum länger als Erdöl. Der Abbau der Uranerze ist zudem risikobehaftet: Es fallen riesige Mengen an verstrahltem Abraum an und verstrahlte Schadstoffe sind im Trinkwasser nachweisbar. Bei der Erzeugung von Atomenergie entsteht hoch radioaktiver Müll, für dessen Entsorgung es bislang keine Lösung gibt. Dieser Müll birgt unhinnehmbare Risiken für Mensch und Natur. Klimaschutz und Schutz vor radioaktiver Verseuchung der Umwelt dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Durch die Klimaerwärmung wird es regelmäßiger zu Drosselungen von Atomkraftwerken auf Grund zu warmen Wassers kommen, wie es 2003 geschah, als einige Kraftwerke sogar ganz vom Netz geschaltet werden mussten, da die Brennstäbe nicht mehr ausreichend gekühlt werden konnten.
Die Atomenergie weist nicht nur unkalkulierbare Umweltrisiken auf, sondern auch mit Abstand die höchsten externen Kosten aller Energieträger: Bau und Betrieb von Forschungsreaktoren verschlangen bisher über zwanzig Milliarden Euro öffentlicher Gelder, die Castortransporte drei Milliarden Euro und der Staat haftet ebenso für die finanziellen Folgen eines Super-GAUs.
Atomenergie hat also keinen wirklichen Vorteil gegenüber der konventionellen Energieerzeugung mittels CO2-Ausstoß, die Alternative ist erneuerbare Energie.
Aus: DIE LINKE.Campus, Nr.02, 2007. Internet: www.linkecampus.de
